Kleine Marktanalyse : In Deutschland meint man Sierra, wenn man von Tequila spricht, und verweist damit auf den Meister Propper unter den Spirituosen, den ich inzwischen nicht mal mehr benutzen würde, um das Treppengeländer in unserem Haus zu desinfizieren. Große Konkurrenz im gleichen Preissegment neben all den anderen Möchtegern-Mexikanern ist Jose Cuervo's Especial, der schonmal ein ganzes Stück weiter vorn die Geschmacksskala streichelt. Aber mein absoluter Liebling, den ich sogar noch dem teureren "Añejo" vorziehe, der mir aufgrund seiner jahrelangen Lagerung in Holzfässern doch ein wenig zu holzig schmeckt, ist bisher noch dieser hier : Jose Cuervo 1800 Extra. Leider gibt's davon scheinbar nur noch Restbestände. Die spinnen, die Mexikaner!
Es ist Fußball-WM, und erst nach Deutschlands erstem Spiel merke ich, wie uninformiert ich bin. Gut, die Trikots hab ich ja erkannt im Fernsehen, doch viele Gesichter waren mir vollkommen fremd : Metzelder, Frings und Klose hätten auch in Saudi-Trikots rumlaufen und auf unser Tor schießen können, ohne daß ich Verdacht geschöpft hätte. Wo waren die Helden von damals, dessen Namen auch Fußball-Laien kannten? Wo waren z.B. Klinsmann, Matthäus, Effe und Ikke Häßler? (Wahrscheinlich saßen sie zu viert vorm Fernseher, tranken japanischen Reiswein und wunderten sich, wer Metzelder, Frings und Klose sind...) Zeiten ändern sich, und sie tun es verdammt schnell, wenn man mal nicht aufpaßt. Aber : Es gibt nur einen Ruuudi Vöö-höööler!
Wenn Du die Wahl hättest, fliegen zu können oder unsichtbar sein zu können, wie würdest Du Dich entscheiden? Ich würde ohne langes Zögern fliegen wollen, doch die meisten Leute, denen ich diese Frage gestellt habe, antworteten mit "unsichtbar sein". Lassen solche Antworten Rückschlüsse auf den jeweiligen Menschen zu? Beide Optionen haben wohl sehr viel mit persönlicher Freiheit zu tun, doch worin unterscheiden sie sich? Fliegen zu können bedeutet, Grenzen durchbrechen zu können. Unsichtbar zu sein, Grenzen nicht zu beachten. Letzteres bekommt spätestens auf den zweiten Blick einen negativen Anstrich : Wer unsichtbar ist, exisitiert nicht für andere Menschen. Hollow Man wurde zum Outsider. Lilienthal wurde zur Legende.
Was zum Geier ist Teewurst?! Bisher dachte ich immer, es sei eine Art besonders hochwertige Leberwurst, doch seit heute abend weiß ich es besser : Teewurst stinkt! Der erste Geruch, der mir aus der geöffneten Verpackung entgegenschlug, hatte in etwa das Bouquet einer Scheibe Salami auf der Klobrille einer Bahnhofstoilette. Gut, es gibt Schlimmeres (Wie wär's mit Rübensirup?), doch bei 6 Cent Aufpreis im Vergleich zur Leberwurst, die ich für gewöhnlich kaufe, hätte ich schon erwartet, daß man diese 6 Cent nicht unbedingt in Urinstein investiert. Doch was beschwere ich mich? Solange Nutella nicht abgesetzt wird, wird es auch weiterhin im Supermarkt meiner Wahl einen Brotaufstrich geben, der mich lächeln läßt :-)
Telefonieren hat sich grundlegend geändert im Vergleich zu der Zeit, als man noch Nummern murmelnd über die Wählscheibe haspelte. Nicht nur, daß man heutzutage dank Kurzwahltaste bessere Chancen hat, beim Fernsehquiz durchzukommen, nein, viel wichtiger : Man sieht im Display, wer anruft! Dies führte im Laufe der Zeit zu einer verdrehten Reihenfolge beim Telefonieren. Beispiel, damals : (X) "Ja bitte?" - (Y) "Hier ist Y, hallo X!" - (X) "Ach, hallo Y!" - (Y) "Na, wie geht's Dir, X?" ... ein gewöhnliches Telefonat. Aber heute : (X, hat die Nummer im Display erkannt) "Ja grüß Dich, Y!!!" - (Y, verdutzt) "Oh, hallo X!", und dann meist beide gleichzeitig : (X) "Wie..." - (Y) "Wiegeht's?" - (X) "...geht's?". Und schon entstehen peinliche Momente - Fluch der Technik?
Schumachers umstrittener Sieg beim Großen Preis von Österreich hat große Wellen geschlagen, die auch bei manchem VIP zu öffentlicher Kritik geführt haben. So hat z.B. Schlagerstar Udo Jürgens seine Bestellung ("Aber bitte mit Sahne!") eines Ferraris "sofort storniert". Irgendwie finde ich das ziemlich sympathisch. Noch sympathischer fänd ich allerdings, wenn beim nächsten Rennen auch eingefleischte Ferraristi königsblau trügen und ihren Rennstall in Schalke-Manier mal so richtig auspfeifen würden. Und die Krönung wäre sicherlich, wenn man Giovanni Trapattoni dazu bringen könnte, seine berühmte Flaschen-Leer-Rede ("Strrrunz!!! Was erlaube Struuunz?!") nach dem Rennen auf der Pressekonferenz zu wiederholen - natürlich in rot.
Schrödi hat's zur Zeit nicht einfach. Als wäre es nicht schon genug, daß ihn zwei Kanzlerkandidaten von der Seite anrempeln (während Guido auf einem Nebengleis im Hauptbahnhof Hamm-Brücher den von rechts angelaufenen Wälzer über die 18-cm-Schiene übt, bietet Online-@mund dem gemeinen Besucher seiner neuen Internetseite u.a. ein "Stoiber-Quiz", in dessen vorgegebenen Antworten man sich als Ratefuchs oft ein "_x_ Ich enthalte mich" wünschen würde, um dem Mann nicht völlig ans Bein zu pinkeln), zeigt ihn nun auch noch der Stern fast nackt, und zwar auf dem Titelbild! Der Kanzler ist not amused und wird wohl ähnlich reagieren, wie bei der haarigen Angelegenheit mit der ddp, zu der das LG Hamburg heute ein Urteil fällen wird.
Erzählungen zufolge sei es bei Konzerten von Pink Floyd schonmal vorgekommen, daß ahnungslose Mitbürger aufgrund der spektakulären Lightshow die Polizei anriefen und meldeten, sie hätten ein Ufo landen sehen. Usern des Forschungsprojekts "SETI@home" wär das wohl kaum passiert, hätten sie doch das Ufo längst geHÖRT, bevor es in Sichtweite gekommen wäre. SETI steht für "Search for Extraterrestrial Intelligence" und sucht seit Jahren mit Hilfe riesiger Radioteleskope den Weltraum nach außerirdischem Leben ab. An der gewaltigen Rechenleistung, die dafür nötig ist, kann sich jeder Interessierte mit seinem heimischen PC beteiligen. Mehr Infos dazu gibt's beim SETI Team Germany, ein interessantes Interview bei sagmal.de.
Nachdem unser Umweltminster mehr oder minder erfolgreich eine Abgabe auf Getränkedosen durchbringen konnte, fordert er nun angeblich den Pfand auf Milchkartons. Neben dem Bundesrat beglückt das vor allem den gemeinen Verbraucher, der demnächst einen Umweltbeutel mehr mit zum Supermarkt nimmt, wenn er's nicht vorher irgendwie schafft, die leeren Getränkedosen ins Tetra-Pak zu stopfen. Meine Zukunftsvision wäre, sämtlichen Rest- und Biomüll ebenfalls mit grünen Punkten zu versehen, damit er in die gelben Säcke paßt, die von breitschultrigen ABM-Kräften in Nikolauskostümen jeden Mittwoch morgen in öffentlichen Verkehrsmitteln zurück zum Supermarkt gebracht werden - inklusive Dosen und Milchkartons.
Es gibt eine Sprache namens Trio, die heutzutage nur noch sehr selten in Surinam und Brasilien gesprochen wird, und die den Sprecher daran hindert, lügen zu können. Wie das geht? Die Grammatik zwingt einen dazu, den Wahrheitsgehalt einer Aussage kenntlich zu machen. Wenn ich also in Surinam behauptete, daß Fischers Fritz frische Fische fischt, dann müßte ich nebenbei erklären, ob ich es selbst gesehen habe, durch Hörensagen weiß, oder aber durch indirekte Beweise drauf geschlossen habe (Hierzulande nennt man sowas "tratschen"). Konsequenz : In Surinam dauert die Tagesschau mindestens 90 Minuten, Derrick hat als Lügner schon seit Jahren Einreiseverbot und der Käpt'n Blaubär-Club ist eine Tagesstätte für schwer erziehbare Kinder.