Grand Prix Vorausscheidung: Herrlich! Überzeugender kann man sich kaum blamieren, falls man nicht gerade mit zwei Tüten Eis in der Hand auf der Kölner Domplatte vor 20 Schulkindern auf die Fresse fällt. Das Pendant zu Daniel Küblböcks Gesangstalent erschien uns auf kompositorischer Basis in Form von Ralph Siegel und seinem Rennpferd, das in diesem Jahr zwar nicht blind, dafür scheinbar taub war. Mit angeklebtem Lächeln galoppierte die Herde zitternd über die holprige Textwiese (lediglich der englische Rasen war wundervoll flach auf dem Niveau einer 5. Klasse in der Nachmittags-AG), während Axel Bulthaupt als Moderator der Show alles daran setzte, die Stimmung auf keinen Fall überkochen zu lassen. Noch 75 Tage bis Waterloo Riga, let's get happy! dub du dubn da dap da!
Was möchte ich mal werden, wenn ich alt bin? Pilot, Astronaut, Rechtsanwalt? Nein, nicht wenn ich gross bin, sondern wenn ich alt bin! Achso, hm... Parkplatzwächter vielleicht? So wie die grauen Herren vom Supermarkt nebenan, allsamt im gepflegten Rentenalter und spitz wie Harry auf jede Euromark, die sie sich dazuverdienen können. Prekäre Situation heute morgen, als der Frühschichtterrier - Grösse etwa 160 cm, Beginn um 7.30 Uhr - schon seine 2 EUR-Markierung an mein Auto gepinkelt hatte, bevor er sein Kassenhäuschen aufschloss. Nur drei Minuten später rollte ich dezent vom Parkplätz, während er mir wilde Verwünschungen hinterher kläffte. Erwartete er ernsthaft, ich zahle für sowas? 2 Euro in 3 Minuten, soviel verdient doch kein Astronaut!
Diejenige Art von Menschen aus dem Medienbereich (neben Jürgen Trittin), die mir zur Zeit extrem unangenehm aufstoßen, sind die Hersteller von DVDs (und Jürgen Trittin). Gerade aktuell die Neuauflage eines meiner Lieblingsfilme: "Die Verurteilten" (Shawshank Redemption). Dieses wundervolle Filmmeisterwerk kommt auf DVD teilweise unsauber encodet, mit störende Linien am Bildrand und Audiosprüngen daher. Gerade noch zu verkraften, immerhin ist der Film fast 10 Jahre alt. Doch bei Minute 53 wurde den Produzenten scheinbar etwas langweilig, so dass sie spontan etwa 2-3 Minuten vom Film einfach übersprungen haben, die nun auf der DVD fehlen. Wie unfähig muss man sein, um sich "professionell" nennen zu dürfen? Ich bin sehr gespannt auf deren Antwort auf meine eMail.
Die beiden Umweltbeutel, die ich mit zum Einkaufen nehme, werden üblicherweise immer randvoll, so dass der Kartenleser an der Kasse im Schnitt 25 Silberlinge von meinem Konto abbucht. Doch gestern kam es dick: knapp über 6 EUR und nur ein halbvoller Beutel an der einen, ein lieblos herumhängender Jutesack an der anderen Hand. Willkommen im Land des Dosenpfands! "Blechstunde mit Dr. Trittin" (Deppenfragen von Deppen beantwortet?) heißt es auf der Info-Webseite des Bundes- ministeriums, und ich vermisse eine Hotline, um den Mann wild zu beschimpfen. Nein, ich werde nicht auswandern - erst dann, wenn auch Pfand auf Toastbroat erhoben wird - doch ich boykottiere zukünftig alle Getränke mit Deppenpfand. O-Saft und Milch, wie geil ist Milch?!
"Gaaanz weit aufmachen, dann streckt sich der Muskel", meinte der Zahnarzt, "und die Spritze hat mehr Platz." - Ich riss den Mund auf, als ginge es darum, wie Ozzy Osbourne seinerzeit einer dicken Fledermaus den Kopf abzubeissen. Ich hasse Zahnarztbesuche, verachte Spritzen und Bohrer und war in diesem Moment der Hauptdarsteller einer Black Sabbath-Show, der ich ganz bestimmt nicht sein wollte. Doch der Zahnarzt hatte recht: mit weit aufgerissenem Mund sind Spritzen absolut schmerzlos. Grandios! Und während ich mich bei der Behandlung in den Stuhl krallte, erzählte er mir, dass er sich einen schicken Porsche 911 kaufen wolle, was jedoch bei manchen Kunden vielleicht Neid provozieren würde. Ehrlich, soll er! Ich gönne ihm die Karre!
Holland. Ich war vorher noch nie dort. Nicht etwa aus Imagegründen, weil uns beispielsweise Rudi Carrell als Vorzeigeholländer bei "7 Tage, 6 Witze" regelmäßig humoristisch ans Wadenbein pinkelt, so dass man dann doch lieber woanders einkaufen geht, nein, es hatte sich bisher einfach nie ergeben. Letztes Wochenende dann Shopping in Enschede: "Kann ich Ihnen helfen?", fragte die Verkäuferin auf holländisch. Ich gleich weltoffen: "No thanks, just lookin'...", woraufhin sie in perfektem Deutsch anmerkte: "Wir haben hier zur Zeit 30% Rabatt auf fast alle Kleidungsstücke!"... Autsch! Holländer sprechen also deutsch *notier*. Und Holländer haben tolles Essen, hab ich danach gemerkt: Die "Rollade en de geheime Hotketchupachtgehonigsaus" war noch leckerer, als sie schon klingt.
Heute ist Nikolaus. Ich habe ihn bei der Post getroffen. Er hatte ein blaues Hemd an, stand unbeholfen hinter dem einzigen freien Schalter und schrie förmlich nach einem Aufbaukurs "Postmitarbeiter werden in nur 10 Tagen". Ich legte meine 14 Briefe freudenstrahlend auf die Theke (man, ihr von der Post werdet mal noch so richtig reich!), als er schulterzuckend fragte: "Was soll ich damit? Sie wiegen?" - Meine erste Reaktion war eine fette Denkblase .oO(Ein Komiker...), bevor ich dem Mann erklärte, dass es sich um Dinge des Typs "Brief" handele. Er kombinierte blitzschnell: "Da fehlen dann aber Briefmarken!" - Ach?! Liebe Post, toll, dass ihr versucht, möglichst alle Schalter zu besetzen, aber laßt doch bitte den Hausmeister aus dem Spiel!
"Das Recht zur Verlinkung Ihrer Homepage mit www.spargeraete.de bieten wir Ihnen für nur 49 Euro / Jahr an." - Wie meinen die das nur? Ein Schelm, wer Böses dabei denkt und glaubt, die Betreiber jener Internetpräsenz hätten ernsthaft im Sinn, eben jenen Betrag von 49 EUR pro Jahr für einen Link zu verlangen, der auf ihre Webseite führt. Nein, so könnten die das ganz bestimmt nicht gemeint haben. WENN sie es aber nun doch so gemeint haben sollten, und WENN sie rein zufällig einen ebensolchen Link auf ihre Webseite hier finden sollten, dann darf ich ihnen an dieser Stelle mitteilen, daß ich für Links von ihrem Webangebot zu meiner unschuldigen Webseite einen winzigkleinen Unkostenbeitrag erhe... "Ach, Sie sind dir€kt aus Ihren Logfiles hierher geraten?"
Weinkenner würden mit der flachen Hand auf ihre Stirn patschen. Meine beiden wichtigsten Kriterien eines guten Weins: 1. Er muß angenehm leicht schmecken, 2. Die Flasche muß gut aussehen. Weit aus diesem Schema fällt also beispielsweise ein gepflegter spanischer Gran Reserva, der über Jahre hinweg in tiefdunklen Kellern und stickigen Holzfässern lagert, und der schon beim Öffnen der Flasche penetrant unter dem Korken herkriecht um mir die Schuhe auszuziehen. Nein, mein Lieblingswein war bisher dieses Leichtgewicht, ein Crianza aus dem Gebiet Valdepenas, wurde nun aber abgelöst durch eine schlanke Französin (dieser Wein muß einfach weiblich sein!) aus Korsika: Corsaire, Réserve du Président. Erotischer kann eine Weinflasche kaum sein - und das für 3,57 EUR!
Müßte ich mein Telefon auf einer IQ-Skala einordnen, läge es wohl nur knapp über einer Triangel oder der leeren Weinflasche von gestern Abend. Ich komme nach Hause und gucke aufs Display: 4 Anrufe in Abwesenheit. Ein Klick auf weitere Infos (für dieses Feature könnte ich es küssen!) offenbart mir: 1. Anrufer, 2. Anrufer, 3. Anrufer, 4. Anrufer. Dies ist der Moment, wo ich denke: "Hey, wie geil ist das denn?! In meinem Telefon waren vier unbekannte Anrufer!!!". Machen die da drin nun eine Party, oder was? Ich verlange ja gar nicht von meinem Telefon, dass es bei unbekannten Anrufern einfach rät, wer es denn gewesen sein könnte, aber einfach zu sagen "Da waren vier Leute, weiß der Geier, wer's war!" ist doch wohl wirklich... kacke unprofessionell!