Das kleine Seitenschwein

::: 29.03.2004

_Embarquement 19H10_

Verdammt, die Uhren wurden wieder umgestellt! In Paris geschieht das eher heimlich. Morgens im Hotel war das Frühstücksbuffet bereits kahl gefressen, obwohl ich theoretisch bestens in der Zeit lag. Später in der Stadt die Uhrzeit einer britischen Touristengruppe aufgeschnappt und gewundert, dass deren Uhren auf Helsinki-Zeit standen. In der Metro gedankenlos der Diskussion zweier Schweizer gelauscht, warum schon halb fünf sei, um nur wenig später am höchsten Punkt von Montmartre mit Blick über die Stadt festzustellen, dass Sacré Coeur stark an Eindruck verliert, sobald einem bewusst wird, dass der verdammte Flieger am Airport bereits die Turbinen vorglüht. Nur drei Minuten vorm Closing stanzte die Dame von Air France noch das Ticket: "Bon voyage!"

::: 02.03.2004

_GMT +10:00_

Es wurde bereits mehrfach über ihn hier berichtet, doch nun schreibt er endlich selbst: OUTLOG - Live from Sydney/AUS. Im Büro mit Blick auf den Hafen, unweit des berühmten Opernhauses, sitzt er bereits vorm Bildschirm und recherchiert, während der Rest der Welt gerade aufsteht, einschläft, sich überlegt ins Bett zu gehen oder im selben Moment seinen Mittagslunch einnimmt. Frank ist seiner Zeit weit voraus und genießt den Hochsommer bei 30 °C, während Berlin penetrant verschneit. Nichts gegen Schnee, aber in einer Stadt wie Berlin, in der Hunde einen Freifahrtschein zum Scheißen haben, den sie von Herrchen, Frauchen und dem Oberbürgermeister unterstützt freudig ausleben, darf man gespannt sein, wie flockiger Neuschnee am Tag danach aussieht.

::: 01.03.2004

_Simply say "No!"_

Neulich hat man mir eindrucksvoll präsentiert, warum Unternehmen, die auf Franchise setzen, verstärkt auf ihr Image achten sollten. Ich war lange Zeit Fan einer Sandwich-Kette aus dem Untergrund den USA, die inzwischen auch auf dem deutschen Markt vertreten ist. Wer entscheidet sich dazu, Franchisenehmer eines solchen Lokals zu werden, anstatt direkt nebenan einen prima laufenden Burgerladen zu übernehmen? Genau, langzeitarbeitslose Volldeppen. Zwei davon standen mir mehrfach gegenüber und versagten jämmerlich bei einfachsten Serviceleistungen: etwas mehr Sauce, Umtausch eines zu hart gebackenen Kekses, Zahlung per EC-Karte. Bittere Erkenntnis: Ungeschultes und inkompetentes Personal mit der Arroganz zweier Dotcom-Yuppies. Wer nichts wird,...

::: 01.03.2004

_Glucuronolacton 0,24 %_

Als man seinerzeit den ersten Energy Drink einer kleinen Gruppe neutraler Testpersonen vorsetzte, war dessen Urteil vernichtend: mit der Farbe von Eigenurin, dem Geschmack flüssiger Gummibärchen und dem Preis eines Sixpacks Budweiser würde man ein derartiges Getränk ganz bestimmt niemals unters Volk bringen können. Das Marketingkonzept schien restlos gescheitert, doch es kam anders. Herden von reitenden Bullen und fliegenden Pferden überrollten uns in bunten Dosen, und niemals vorher schmeckte billiger Wodka besser als mit Taurin und Glucose beflügelt. Plötzlich wirkten Schulkinder wacher, Longdrinks starteten ein Comeback und Getränkelieferanten entspannten sich. Ich entdeckte seinerzeit mein Lieblingsgetränk und vor ein paar Tagen dessen Nachfolger. Hölle!

::: 24.02.2004

_Disconnecting People_

Damals, als Handys noch außen in der Jackentasche getragen wurden, weil nichtmal der Hip Hopper von nebenan solche Knochen aufrecht stehend in seine extraweite Hosentasche kriegte, galten sie klangtechnisch gesehen als Modern Talking der Mobilfunkbranche: sie piepten halbwegs penetrant, aber doch sehr einfältig. Heutzutage können Handys polyphon husten, Elefanten imitieren und Axel F. pfeifen, während man sie hip um den Hals trägt. Und dennoch schaffen es einige Kleingeister unter den Straßenbahnfahrern mühelos, den schlimmsten der 38 vorgefertigten Klingeltöne ihres Telefons als Anrufmelodie auszuwählen. Eben saß ich auf Höhe Kurfürstenstraße und musste deshalb neun Takte vom Schneewalzer ertragen.

::: 18.02.2004

_done._

The Eagle has landed. Ein kleiner Schritt für ein Schweinchen, jedoch der bisher größte Schritt für den Autor, dessen Aufgabe niemals war und jemals wird, derartig bunte Webapplikationen zu programmieren. Die offensichtlich neuen Features dieser Seite: Kaum mehr als ein RSS-Feed und eine Suchfunktion (die noch ein Weilchen benötigen wird, bis sie funktioniert). Was jedoch der geneigte Besucher nicht wahrnimmt: Das Schwein verwaltet sich nun selbst. Ich muss nur noch Tippen, und genau das werde ich ab sofort intensiver machen als bisher. 50 Cent und ein Nogger darauf, dass hier demnächst mindestens zwei Artikel pro Woche erscheinen! Und auch bezüglich dessen Länge bleibe ich

konsequent.

::: 26.01.2004

_Online-SMS_

Entschuldige mal bitte! Nicht, dass du denkst, hier passiert nichts mehr. Ganz im Gegenteil, hier brodelt es. Und zwar hinterm Schweinestall! Der Frischling bekommt ein tolles SMS. SMS ist normalerweise das, was du vermutest, wenn du pubertierenden Teenagern im Linienbus ins Gesicht schaust, während sie anscheinend versuchen, ihren Mobiltelefonen die Pickel auszudrücken. Im Fall des kleinen Schweinchens handelt es sich allerdings um ein echtes Online-SMS, nämlich Schweinchen Management System. Das sorgt demnächst fast halbautomatisch für neues Futter, wenn die Zeit dafür ist. Zusätzlich werde ich veranlassen, dem Kleinen ein paar RSS-Krumen beizumischen. Farbstoffe bekommt er ja schon genug, das sieht man ihm doch an. Man darf entspannt sein!

::: 10.12.2003

_Big in Japan, Folge 3_

Schon vor anderthalb Jahren pöbelte er durch Japan (hier nachzulesen). Inzwischen war er wieder dort, und diesmal war eine RTL-Reporterin live dabei. Frank Scheller aus Köln wurde zum "money TREND-Globetrotter", der versucht, für lau um die Welt zu reisen, indem er mit Taschentricks und Geschrammel auf der Gitarre kleine Japaner belästigt. "Ohne Geld um die Welt": in Folge 1 versuchte er sich als Straßenmusiker, landete aber ohne Groupies im Kapselhotel. Im 2. Teil probierte er es mit Kartentricks und erreichte damit den Durchbruch. Er wurde zum Star der Kneipenszene in Tokyo, und diverse Japanerinnen quietschten vor Vergnügen. In der nächsten und letzten Folge wird man ihn deshalb surfen sehen. Unter der Sonne Australiens. Am Montag um 23:25 Uhr, natürlich bei RTL.

::: 08.12.2003

_Restnikolaus_

Harald Schmidt geht, und ich sollte mal wieder kommen. Um das kleine Schweinchen zu füttern, etwa. Der Nikolaus wurde schon gefressen, und beinahe hätte ich noch das letzte Stückchen Restjahr verschlafen. Im nächsten Jahr wird es keine "Harald Schmidt-Show" mehr geben, heißt es heute in einem Artikel der FAZ: der Moderator und Produzent lege nach 8 Jahren eine Kreativpause ein. Nur wenige Tage zuvor hatte man Sat.1's Chefcoach Martin Hoffmann von der Trainerbank geschubst, mit dem Schmidt befreundet ist. Hertha BSC trennte sich von Huub Stevens, hörte man, und Beckenbauers Franz weihnachtet dieses Jahr in blau. Ich habe gestern seit langer Zeit mal wieder die Lindenstraße gesehen. Scheint mir allerdings so, als würde sich nichts ändern.

::: 03.10.2003

_Relaunch_

Da war er endlich. Der Zeitpunkt, das Layout zu überarbeiten. Ein paar Pixel hin- und hergeschubst, die blöden Frames entsorgt, Buttons gebaut und Grafiken optimiert. Oft jedoch einfach den Stuhl zurückgelehnt und gelesen. Gelesen, dass wir auf dem World Trade Center standen. Gelesen, dass das Reinigungsteam im Hotel nicht "Room Service" heißt. Gelesen, dass Elvis drei Fernseher hatte, um kein Baseballspiel zu verpassen. Gelesen die Story vom "Survival-Hacho". Von überschwemmten Klos, von AC/DC im Radio und davon, dass es nicht die Windhunde sind, die am Daytona Beach ihre Unschuld oft unmittelbar neben ihrem Mageninhalt verlieren. Katie Holmes haben wir leider nicht getroffen. Dafür jedoch Dennis, den Hurricane. Nach 6 Wochen gibt es nun 11.000 Kilometer zu lesen.

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